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1. In diesem Jahr sind gesetzliche Änderungen in Kraft getreten, die das Verhältnis von UVA- und UVB-Filtern in Sonnenschutz neu regeln, außerdem sind einige Schutzfaktoren ,verschwunden. Was haben diese Änderungen in der Praxis zu bedeuten?

Die Europäische Kommission hat neue Kennzeichnungssysteme für Sonnenschutzmittel eingeführt, die dem Verbraucher eine bessere Orientierung in der Auswahl des für ihn geeigneten Produktes ermöglichen sollen. Die bisher gemachten Angaben zum Lichtschutzfaktor (LSF) bezogen sich nur auf den UVB-Schutz, also dem Schutz vor Sonnenbrand. Doch ein hoher Lichtschutzfaktor sagt leider noch nichts über den Schutz vor den ebenfalls gefährlichen UVA-Strahlen aus, die noch immer unterschätzt werden. Dabei dringen UVA-Strahlen tiefer in die Haut ein und sind neben der Entwicklung von Hautkrebs auch für die vorzeitige Hautalterung und die Beeinträchtigung des Immunsystems verantwortlich. Laut Empfehlung der EU-Kommission sollte der gemessene UVA-Schutzfaktor mindestens ein Drittel des UVB-Faktors betragen. Ist dies gewährleistet, wird dieser Schutz durch ein Logo auf den Verpackungen gekennzeichnet, welches die Buchstaben UVA in einem Kreis zeigt. Außerdem wird auch die Kennzeichnung der Lichtschutzfaktoren vereinfacht: ihre Anzahl wird durch Zusammenfassung in vier Kategorien (Niedrig LSF 6 & 10, Mittel LSF 15, 20 & 25, Hoch LSF 30 & 50, Sehr hoch LSF 50+) verringert.

2. Immer öfter hört bzw. liest man, dass eigentlich das ganze Jahr über die Haut vor der Sonne geschützt werden sollte. Warum eigentlich?

Das Schädliche am Sonnenlicht sind die UVA- und UVB-Strahlen. Diese Strahlen werden in ihrer Intensität durch eine Vielzahl an Faktoren wie z. B. Jahreszeit, geographische Lage und Höhe beeinflusst, sind das ganze Jahr aber grundsätzlich vorhanden. Im Laufe eines Menschenlebens summiert sich diese Strahlung auf eine beträchtliche Dosis.

Neben den gesundheitlichen Aspekten hat das natürlich auch eine Auswirkung auf unser Aussehen: Rund 80% der vorzeitigen Hautalterungsprozesse der sonnenexponierten Haut werden durch UV-Strahlung verursacht. Diesen Prozess bezeichnen wir daher als "Photoaging". Mit einem konsequenten Sonnenschutz unterstützt man also nicht nur die eigene Gesundheit, sondern erhält sich auch eine jugendliche und straffe Haut.

3. Was muss eine gute Sonnenpflege können?

Zuallererst muss sie natürlich einen effektiven Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung bieten. Dies gelingt durch den kombinierten Einsatz von sogenannten UV-Filtern, welche die UV-Strahlung entweder aufnehmen und in Wärme umwandeln oder reflektieren. Zusätzlich enthalten moderne Sonnenschutzmittel Antioxidantien, wie z. B. Vitamin E oder C, welche die durch UV-Licht entstandenen aggressiven Sauerstoffverbindungen neutralisieren und somit die Hautzellen schützen.

Natürlich muss das Sonnenschutzmittel aber auch die Grundbedürfnisse der Haut abdecken: etwa mit feuchtigkeitsbindenden und hautberuhigenden Wirkstoffen, wie z.B. mit Glycerin und Dexpanthenol.

4. Kann Sonnenschutz eine Tagespflege ersetzen?

Es spricht überhaupt nichts dagegen, im Urlaub oder beim Sonnenbaden am Wochenende auf die Tagescreme zu verzichten und stattdessen nur das Sonnenschutzmittel zu benutzen. Insbesondere die Weiterentwicklung der UV-Filter hat ganz neue Galeniken ermöglicht. Moderne Produkte besitzen heute neben den UV-Filtern alles, was die Haut für eine vernünftige Grundversorgung benötigt und stehen auch in ihrer sensorischen Qualität den Tagescremen in nichts nach.

5. Welche Menge Sonnenschutz sollte wo aufgetragen werden?

Ein großes Problem im Alltag ist die zu geringe Menge an verwendetem Sonnenschutzmittel. Damit der als Lichtschutzfaktor auf dem Produkt angegebene Schutz auch wirklich erreicht wird, muss die normierte Menge von 2mg/cm2 an Sonnenschutzmittel auf die Haut aufgetragen werden. In der Praxis bedeutet dies: Ein Erwachsener benötigt für den gesamten Körper ca. drei Esslöffel an Sonnenschutzcreme.

In der Realität benutzen Verbraucher aber deutlich weniger. Nach neuen Untersuchungen kann man vereinfacht sagen: Wird z.B. nur ein Viertel der notwendigen Menge verwendet, wird auch nur ein Viertel des deklarierten LSF erreicht. Grundsätzlich sollte übrigens bei direkter Sonnenexposition am ganzen Körper Sonnenschutzmittel aufgetragen werden, da auch die Kleidung keinen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen bietet.

6. Warum wird empfohlen, seinen Sonnenschutz bloß einen Sommer lang zu

verwenden? Diese Empfehlung trifft heute nicht mehr auf alle Produkte zu. Früher wurden in den Sonnenschutzmittel oft Emulgatoren verwendet, welche bei häufigen Temperaturwechseln zwischen Strand und Hotelzimmer instabil wurden und somit zu einem Wirkungsverlust geführt haben. Bei modernen Produkten wird zunehmend auf Emulgatoren verzichtet, so dass man sie auch noch im nächsten Sommer sicher verwenden kann.

7. Wie schütze ich Kinder am besten vor der Sonne?

Hier ist die Empfehlung ganz eindeutig: Säuglinge unter einem Jahr haben in der direkten Sonne nichts verloren! Ihre Haut ist empfindlicher und verfügt auch noch nicht vollständig über die körpereigenen Schutzmechanismen. Ab dem zweiten Lebensjahr können Kleinkinder mit einem wasserbeständigen Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor von mindestens 30 für kurze Zeit in die Sonne.

Rumpf und Kopf sollten aber durch Kleidung und Hütchen geschützt sein. Wir sollten uns klarmachen, dass der Körper bis zum 18. Lebensjahr bereits mehr als 75% der Sonnenstrahlung, der man während des gesamten Lebens ausgesetzt ist, erhält. Und mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko einer späteren Hautkrebserkrankung - Vorsicht ist also geboten.

8. Wir alle genießen Wärme und Sonnenschein. Was tut gut, was ist gesund, ab wann schädige ich meine Haut?

Hierfür gibt es keine allgemeinen Regeln. Wie so oft gilt auch hier der Satz: "Die Dosis macht das Gift.". Meiden sollte man aber die Mittagssonne zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr, da hier die UV-Strahlung am stärksten ist.

9. Wofür sind eigentlich After Sun Produkte gut?

After Sun Produkte sind noch relativ neu in der Hautpflege. Ihr Zweck ist es, die durch UV-Strahlung entstandenen Schäden in den Hautzellen mit sogenannten DNA-Reparaturenzymen zu regenerieren. Insbesondere durch die UVB-Strahlung kommt es zu Schäden in der DNA der Hautzelle. Geschieht dies in einem begrenzten Umfang, werden diese durch körpereigene Reparaturenzyme behoben.

Bei größerem Schaden aber können spezielle Wirkstoffe, wie aus Pflanzen gewonnene Phytohormone oder Enzyme aus Algen, die Defekte schneller reparieren. So wird das hauteigene Immunsystem wieder hergestellt und die Entstehung eines Sonnenbrandes verhindert oder zumindest abgeschwächt. Grundsätzlich empfiehlt sich die Verwendung von After Sun Produkten nach jedem Sonnenbad.

10. Und wenn es doch passiert: Wie pflege ich einen Sonnenbrand?

Bei einem leichten Sonnenbrand hilft oft die Kühlung mit feuchten Umschlägen, hier wirken auch After Sun Produkte recht gut. Einen starken Juckreiz lindert eine milde Kortisonsalben, die sie rezeptfrei in Apotheken erhalten. Ist die Rötung und damit die Entzündung abgeklungen, kann eine Wund- und Heilsalbe oder eine reichhaltige Creme aufgetragen werden. Außerdem sollte man viel trinken.

Bei schweren Sonnenbränden mit Blasenbildung sollte allerdings ein Hautarzt aufgesucht werden, hier müssen evtl. stärkere kortisonhaltige Salben verordnet werden. Die alten Hausrezepte, wie das Auftragen von Quark, Mehl, Puder oder Öl, sollten aufgrund der Infektionsgefahr endgültig ausgemustert werden.

11. Wie oft am Tag sollte man sich einschmieren bzw. muss ich das auch wiederholen, wenn ich gar nicht schwimmen gehe?

Wichtig ist, dass man sich bereits 15-30 Minuten vor dem Sonnenbaden mit einer ausreichenden Menge an Sonnenschutzmittel eincremt, da es eine Zeit benötigt, bis sich ein Schutzfilm auf der Haut gebildet hat. Natürlich sollte nach jedem Bad und Abtrocknen neu eingecremt werden, aber auch nach sportlichen Aktivitäten. Und immer daran denken: auch ein Lichtschutzfaktor 50 bedeutet nicht, dass man den ganzen Tag bedenkenlos in der Sonne verbringen kann.

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DR. KITZINGER Schönheit aus der Medizin