Marionnaud Magazin:
Ziel der Biomimetik ist die Entschlüsselung von "Erfi ndungen der belebten Natur" und ihre innovative Um setzung in der Technik. Was tun biomimetische Wirkstoffe nun für die Haut?
Dr. Hugo B. Kitzinger:
Auf den Punkt gebracht? Sie ersetzen eingeschränkte oder verlorene Zellfunktionen. Wie z. B. das Genistein, ein Isofl avon aus dem natürlichen Sojabohnensamenextrakt. Es funktioniert wie das menschliche Hormon Östrogen, ist also biomimetisch, und wird als Phytoöstrogen bezeichnet. Genistein schützt nachweislich vor UV-Strahlen und, mehr noch, es vermag DNA-Schäden auf Zellebene zu reparieren.
Marionnaud Magazin:
Welchen Vorteil besitzen Phytoöstrogene im Vergleich zu anderen Stoffen?
Dr. Hugo B. Kitzinger:
Von der künstlichen Hautzell-Züchtung haben wir gelernt welche Kombinationen tatsächlich für die Haut bioverfügbar gemacht werden können. Phytoöstrogene durchdringen nachweislich die Hautbarriere, regen die Tätigkeit der Zellen in der Oberhaut sowie des Bindegewebes an und vermögen derart ihre positive Wirkung zu entfalten.